Teaserbild Blogbeitrag Password Vaulting, © Pexels/Mian Rizwan

Password Vaulting – der digitale Hochsicherheits-tresor für Unternehmen

Wie sicher sind Ihre Unternehmenspasswörter? Wenn Sie nicht mit einem euphorischen „Sehr!“ antworten, dann ist Password Vaulting genau das richtige für Sie.

Passwörter auf Haftnotizen, identische Kennwörter für verschiedene Anwendungen oder der Rückgriff auf Klassiker wie „1234567“ und „password“ – der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Doch mit dieser „Es-ist-doch-noch-nie-etwas-passiert“-Mentalität gefährden Mitarbeiter den Schutz vertraulicher Unternehmensinformationen. Ein Schlüsselelement des Privileged Access Managements entlastet Organisationen und ihre Angestellten mithilfe eines sicheren digitalen Aufbewahrungsorts für Kennwörter. 

Identitätsangriffe im Trend

Der Microsoft Digital Defense Report 2024 zeigt es eindrücklich: Von den mehr als 600 Millionen Identitätsangriffen pro Tag stellten 99 Prozent Passwort-basierte Attacken dar. Sind Cyber-Kriminelle erfolgreich, zielen sie oft direkt auf die Identitätsinfrastruktur ab. Einmal den Zugriff erhalten, führen sie gezielt Änderungen durch und nutzen vermehrt nicht-menschliche Identitäten, um weiteren Zugriff auf Systeme und Daten zu erhalten.   

In Anbetracht dieser Gefahren verwundert es kaum, dass sich das Privileged Access Management (PAM) als wesentliche Komponente des breiteren Identity and Access Managements (IAM) diesen Herausforderungen stellt. PAM-Lösungen stellen sicher, dass nur berechtigte Personen – die privilegierten Nutzer – Zugang zu kritischen IT-Ressourcen erhalten. Doch ohne eine sichere Verwaltung von Passwörtern und Access Token bleibt eine massive Schwachstelle bestehen. Der Stand der Dinge: Statische Passwörter für privilegierte Konten, die selten oder gar nicht geändert werden. Die Kombination aus ungesicherten Zugangsdaten und privilegierten Berechtigungen ist eine willkommene Einladung für Cyber-Kriminelle. 

Passwörter im Tresor

IT-Personal ohne Kontrolle über Passwörter und Administratorkonten? In den meisten Fällen ein Sicherheitsalbtraum – beim Password Vaulting hingegen genau das Ziel. Denn hier gilt: Das sicherste Passwort ist das, das niemand kennt. 

Administratoren oder Nutzer hantieren also nicht direkt mit den sensiblen Zugangsdaten. Stattdessen übernimmt ein sicherer, zentral verwalteter Vault diese Aufgabe. Passwörter werden nicht mehr manuell eingegeben, weitergegeben oder auf unsicheren Wegen gespeichert – sie werden nur für die Dauer der Session vom berechtigten Benutzer „ausgecheckt“. Danach werden sie vom PAM-System direkt geändert und verschwinden wieder im digitalen Tresor. Keine Einsichtnahme, kein Kopieren, kein Teilen, kein Risiko. 

Was leistet Password Vaulting?

Password Vaulting geht somit weit über einfache Passwortmanager hinaus. Während klassische Passwort-Apps lediglich statische Anmeldeinformationen speichern, setzt ein professionelles Vaulting-System auf Zero-Knowledge-Prinzipien und automatisierte Sicherheitsmechanismen. 

Ein sicheres Password-Vaulting-System bietet: 

  • Automatisierte Passwortrotation: Zugangsdaten werden regelmäßig geändert, ohne Handlungsbedarf bei den Nutzern. 
  • Just-in-time-Zugriffe: Anmeldeinformationen werden nur dann bereitgestellt, wenn sie wirklich benötigt werden – und verfallen danach sofort. 
  • Verschlüsselte Speicherung: Selbst IT-Administratoren können die Passwörter nicht im Klartext sehen. Es sei denn, dies ist gewollt und genehmigt (beispielsweise in Notfallsituation). 
  • Detaillierte Audit-Trails: Jeder Zugriff wird protokolliert, sodass Unternehmen nachvollziehen können, wer wann auf welche Konten und Systeme zugegriffen hat. 
  • Sicherungs- und Wiederherstellungsoptionen: Auch ein Mastercode kann einmal in Vergessenheit geraten. Dann ist es hilfreich, wenn die Technik Lösungen wie Recovery-Funktionen und Key Escrow bietet.  

Besonders für Remote-Zugriffe und externe Dienstleister ist Password Vaulting entscheidend. Unternehmen müssen nicht länger statische und teils unsichere VPN-Zugänge oder gemeinsam genutzte Admin-Konten bereitstellen – wieso das ohnehin keine gute Idee ist, lesen Sie in unserem Blogbeitrag „PAM & PRA: Dreamteam für mehr Cyber-Resilienz“. Stattdessen werden temporäre, überprüfbare Anmeldeinformationen generiert, die nach der Nutzung sofort gelöscht werden.  

Password Vaults: Welche Arten gibt es? 

Passwort-Vaults unterscheiden sich in Bezug auf Sicherheitsniveau, Speicherort und Zugriffsmöglichkeiten. Jede Variante hat ihre Stärken – welche am besten passt, hängt von den individuellen Sicherheitsanforderungen und Nutzungsszenarien ab. 

Hardware-basierte Tresore (HSM – Hardware Security Module) sind physische Geräte, die vornehmlich private Schlüssel und x.509v3 Zertifikate – aber auch Passwörter – oft in Form spezieller USB-Sticks oder spezieller am Netzwerk direkt angeschlossener Sicherheitsgeräte (net-HSMs) sicher speichern. Sie bieten höchste Sicherheit, da sie (üblicherweise) nicht über das Internet erreichbar/konfiguriert und durch ihre physische Lokation und Konfiguration (etwa in einem Käfigrack in sicheren Rechenzentren) nur schwer gestohlen werden können. Selbst im Fall der Fälle sind sie durch Tamperproofing Maßnahmen vor Extraktion der Schlüssel geschützt. 

Einfache Software-basierte Tresore werden als Programme auf dem PC oder Smartphone installierte, die Passwörter sicher speichern und verwalten. Sie sind praktisch und überall verfügbar, müssen aber vor lokal ausführbarer Malware geschützt werden, um Manipulationen zu verhindern. Auch sind hier Angriffe wahrscheinlicher und erfolgversprechender. Es empfiehlt sich, solche Tresore in speziell abgesicherten Netzbereichen mit gehärteter Servertechnik zu betreiben – die meisten Anbieter stellen hierfür ohnehin virtuelle Appliances bereit! 

Cloud-basierte Tresore speichern Passwörter in verschlüsselter Form online und lassen sich von jedem Gerät mit Internetzugang abrufen. Diese Variante ist perfekt für Nutzer, die flexibel bleiben wollen, allerdings abhängig von Anbieter-Sicherheit, Cloud-Sicherheit und der Verfügbarkeit des Internetzugangs. 

Hybride Tresore verkörpern die Kombination aus lokaler Speicherung und Cloud-Sicherung. Aufgrund des Offline-Zugriffs mit gleichzeitiger Backup-Funktion sind sie ideal für Unternehmen. 

Winning Point für Unternehmen

Die Vorteile einer professionellen Password-Vaulting-Lösung reichen weit über die reine Passwortsicherheit hinaus. Ein besonders spürbarer Vorteil liegt in der Effizienzsteigerung innerhalb der IT-Abteilungen. Ohne Password Vaulting müssen Administratoren und Security-Teams regelmäßig Passwörter manuell verwalten, rotieren und Berechtigungen prüfen. Das kostet wertvolle Zeit und öffnet Tür und Tor für menschliche Fehler. Mit einer zentralen Vaulting-Lösung werden alle Passwörter automatisiert gespeichert, geschützt und nach festgelegten Richtlinien verwaltet. Damit erfahren auch Mitarbeiter Entlastung.  

Sicherheit wird stets gewährleistet. Sollte ein Angreifer ins Unternehmensnetzwerk eindringen, kann er keine fest hinterlegten Passwörter abgreifen, weil diese in einem verschlüsselten Tresor liegen. Anmeldeinformationen werden dynamisch generiert, für die Dauer einer Sitzung verwendet und anschließend wieder entzogen. Das bedeutet: Kein Passwort bleibt lange genug bestehen, um für Cyber-Kriminelle nützlich zu sein. 

Darüber hinaus ist Compliance ein entscheidender Faktor. Regulierungen wie ISO 27001, DSGVO oder NIS2 setzen klare Vorgaben für den Umgang mit sensiblen Zugangsdaten. Unternehmen müssen nachvollziehbare Sicherheitsmaßnahmen vorweisen und sicherstellen, dass kein unbefugter Zugriff auf privilegierte Konten möglich ist. Vaulting-Systeme liefern hier einen unschätzbaren Benefit, indem sie detaillierte Zugriffsprotokolle bereitstellen, die sich jederzeit für Audits und Sicherheitsprüfungen abrufen lassen. 

Alternativlos: Password Vaulting

Cyber-Angriffe werden immer raffinierter – Organisationen können es sich nicht mehr leisten, ihre Passwortverwaltung dem Zufall zu überlassen. Dank digitalem Hochsicherheitstresor müssen sie das auch nicht! Password Vaulting als zentraler Baustein des Privileged Access Managements sorgt für eine lückenlose Kontrolle über privilegierte Zugriffe, eliminiert unsichere Passwortpraktiken und hilft Unternehmen, an Cyber-Resilienz zu gewinnen. 

Einmal wegsperren, bitte? Aber gerne!

Wir sichern Ihre Zugänge und somit auch Ihre Identitäten mit Password Vaulting – eine Anfrage genügt.