Zunehmende Cloud-Nutzung, neue Social-Engineering-Vorgehensweisen und KI-gestützte Cyberattacken verändern die Bedrohungslage. Angriffsflächen weiten sich stetig aus und Angriffsmethoden gewinnen zunehmend an Raffinesse. Immer häufiger haben es Cyberkriminelle dabei auf privilegierte Zugriffe abgesehen. Denn aufgrund veralteter Privileged-Access-Management-Tools haben sie hier leichtes Spiel. Diese Funktionen, sollten in Ihrem PAM nicht fehlen, damit Sie sich vor Attacken schützen können.
Hacker-Einstieg via privilegiertem Zugriff
Die speziellen Berechtigungen privilegierter Zugriffe gehen weit über die Rechte von Standardnutzern hinaus. Heißt aber auch: Verschaffen sich Angreifer durch gestohlene Anmeldedaten Erstzugriff, können sie sich im Netzwerk bewegen – und dabei größtenteils völlig unerkannt handeln. Laut dem M-Trends-Bericht 2025 von Mandiant nutzen Kriminelle diese Methode sogar am zweithäufigsten – noch vor dem E-Mail-Phishing.
Klassisches Privileged Access Management (PAM) weist nämlich verschiedene Schwachstellen auf, die den Zugriff für Unbefugte erleichtern. Wer diese zehn Punkte im eigenen PAM wiedererkennt, hat dringenden Handlungsbedarf:
- Dauerhafte Zugriffsrechte: Viele Unternehmen hinterfrage nicht, ob privilegierte Rechte überhaupt noch genutzt werden. Sie bleiben einfach bestehen und vergrößern die Angriffsfläche unnötigerweise.
- Zugriff ohne Kontext: Der Blick auf kontextbezogene Zugriffe bleibt häufig völlig aus. Heißt, Informationen zu Tageszeit, Ort und Gerät werden nicht gesammelt – und ein Risk Scoring fehlt.
- Fokus „Passwort-Vaulting“: Passwort ist nicht gleich Zugriff. Doch viele PAM-Lösungen speichern und rotieren ausschließlich Passwörter. Das Berechtigungsproblem bleibt damit bestehen.
- Veraltete Infrastruktur: VPN-Gateways oder unsichere Jump Hosts sind nicht mehr zeitgemäß und können selbst zum Einfallstor werden.
- On-Prem-Konzeption: PAM läuft meist lokal. Damit sind Lösungen kaum skalierbar. Außerdem ist keine dynamische Resource-Discovery möglich.
- Compliance-Lücken: Die DSGVO fordert von Organisationen, dass diese Ihre Zugriffe auf sensible Daten kontrollieren. Fehlen vollständige Prüfpfade ist dies jedoch allenfalls schwer umsetzbar.
- Komplexität: Viele Verantwortliche scheitern bereits an der Implementierung einer PAM-Lösung. Denn die Nutzerfreundlichkeit für Entwickler ist nicht gegeben.
- Fehlender Support für native Protokolle: Klassische Lösungen setzen Proxy-Konstrukte voraus und zwängen Nutzer in festgelegte Workflows. Entwickler können ihre gewohnten Tools somit nicht nutzen (psql, mysql, ssh, kubectl).
- Vermischung von Mensch und Maschine: Während menschliche Zugriffe zunehmend kontrolliert werden, bleiben Maschinenidentitäten häufig unbeaufsichtigt. Fest kodierte Zugangsdaten in Skripten oder Pipelines entziehen sich der Transparenz.
- Integration zu Drittsystemen: Automatisierte Workflows zur Anlage neuer Safes und Discovery-Funktionen sowie die Weiterleitung von Logs an ein SIEM-Tool fehlen. Manuelle Schritte kosten hier Zeit.
6 PAM-Funktionen, die bisherige Schwachstellen auflösen
In einem modernen PAM dürfen sich Sicherheit und Produktivität also nicht ausschließen. Es muss Angriffsflächen reduzieren und den IT-Betrieb vereinfachen – für IT-Administratoren, DevOps und Datenbank-Teams gleichermaßen. Wer privilegierte Zugriffe heute wirksam absichern will, braucht ein PAM, das sich an realen Arbeitsweisen orientiert, nicht an veralteten Sicherheitsarchitekturen.
#1 User Lifecycle Management
Von der Erstanlage bis hin zum Offboarding eines Nutzers – ein modernes PAM muss den gesamten Lebenszyklus eines jeden privilegierten Zugriffs abdecken. Dabei hilft Automatisierung. Berechtigungen werden beim Onboarding vom System vergeben, bei Rollenwechseln angepasst und beim Offboarding entzogen.
Die konsistente Durchsetzung von Richtlinien ist damit gegeben. Zugriffsregeln gelten über alle Lebensphasen hinweg, ohne manuelle Pflege. Es lastet somit weniger Druck auf den Schultern von Administratoren und Sicherheitsrisiken werden automatisch minimiert.
#2 Just-in-Time-Access
Moderne PAM-Lösungen setzen Just-in-Time-Zugriffe an die Stelle von dauerhaft vergebenen Zugriffsrechten. Benutzer fordern privilegierte Zugriffe bei Bedarf an und arbeiten dabei mit ihren gewohnten Tools und Workflows, zum Beispiel mit SSH, Datenbank-Clients oder Kubernetes-Tools.
Im Hintergrund können Administratoren so klare, richtlinienbasierte Bedingungen, unter denen sensible Zugriffe erlaubt sind, definieren, wie „zeitlich begrenzt“, „zweckgebunden“ und „kontextabhängig“. Manuelle Eingriffe durch Administratoren sind nicht mehr nötig. Stehende Privilegien gehören der Vergangenheit an, sodass sich Angriffsflächen nicht unnötig vergrößern.
#3 Privileged Credential Management
Weniger Risiko durch kompromittierte oder wiederverwendete Passwörter und somit auch erhöhte Compliance-Konformität: Genau an diesem Punkt setzt das Privileged Credential Management an. Anmeldeinformationen werden jederzeit sicher verwaltet. Dafür werden Zugriffs-Credentials geschützt gespeichert, wobei der Zugriff nur bei autorisierten Anfragen erfolgt. Stichwort „Echtzeitkontrolle“.
Passwörter und Schlüssel werden regelmäßig und ohne manuelle Eingriffe rotiert. Missbrauch und Kompromittierung werden damit unwahrscheinlich. So bleiben Zugangsdaten jederzeit aktuell und sicher, ohne zeitaufwendige Pflege.
#4 Native Protokolle
Viele PAM-Lösungen bremsen Entwickler und Administratoren in ihrer Arbeit aus. Das Gegenteil ist der Fall, wenn Tools den Zugriff über native Protokolle und vertraute Clients direkt unterstützen. Dazu gehört beispielsweise der Zugang zu Servern über SSH, die Verbindung zu Datenbanken mit Standard-Clients wie psql oder mysql, der direkte Zugriff auf Container-Orchestrierungen via kubectl oder das Arbeiten mit RDP-Sitzungen, ohne dass Anwender dafür neue Werkzeuge erlernen oder ihre Toolchain aufgeben müssen.
Native Protokolle steigern damit nicht nur die Akzeptanz bei DevOps-Teams und Datenbankverantwortlichen, sondern minimiert die Gefahr, dass Sicherheitsmaßnahmen umgangen werden.
#5 Secrets und Machine Identities
Non-Human Identities sind in klassischen PAMs meist blinde Flecke. Service Accounts, API-Keys, Tokens oder Zugangsdaten in CI/CD-Pipelines werden einmal eingerichtet und anschließend kaum noch hinterfragt oder aktiv verwaltet.
PAM-Lösungen müssen Maschinenidentitäten daher als eigenständige Entitäten behandeln. Service Accounts, API-Keys und Tokens werden zentral verwaltet, regelmäßig rotiert und nur unter klar definierten Bedingungen nutzbar gemacht. Statt hartkodierter Zugangsdaten greifen Systeme zur Laufzeit auf kurzlebige, kontrollierte Credentials zu – automatisiert und ohne manuelle Eingriffe.
So lassen sich auch nicht-menschliche Zugriffe nachvollziehbar absichern. Und eine zentrale Frage lässt sich beantworten: Wer oder was greift wann, zu welchem Zweck und auf welche Ressource zu?
#6 Database Access Management
Datenbankzugriffe zu sichern, gilt oftmals als schwierig. Das liegt unter anderem daran, dass sich der Perimeter über lokale Rechenzentren hinaus zunehmend in die Cloud verschoben hat. Nicht aber, wenn sich der gesamte Zugriff zentralisiert über eine Plattform steuern lässt.
Moderne PAM-Lösungen beispielsweise sichern den Zugriff durch Role-Based Access Control (RBAC), Attribute-Based-Access Control (ABAC) und Policy-Based Access Control (PBAC). So lässt sich gewährleisten, dass nur berechtigte Personen und die richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt über die richtige Zugriffsebene verfügen.
Unser Tool-Tipp
StrongDM deckt genau diese Anforderungen an ein modernes PAM ab. Die Zugriffsverwaltung verspricht nicht nur maximalen Schutz, sondern ist bei Entwicklern als echte Arbeitserleichterung geschätzt. So können Unternehmen sicher sein, dass sie, auch über den Start der Sitzung hinaus, das Thema „Zugriffskontrolle“ nicht aus den Augen verlieren.
BeyondTrust ist eine feste Größe im Markt und besticht mit kontinuierlicher, maximaler Transparenz. In wenigen Minuten werden privilegierte Konten und Anmeldeinformationen sichtbar und identitätsbezogene Angriffsflächen lassen sich leicht verteidigen – ohne eine Integration vornehmen zu müssen.
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Sichere Zusammenarbeit
Privileged Access Management entfaltet seinen Wert erst dann voll, wenn es sich nahtlos in den Arbeitsalltag integriert – und nicht als Sicherheitsbarriere wahrgenommen wird. Nur so lassen sich privilegierte Zugriffe wirksam absichern, ohne Produktivität einzuschränken oder Umgehungslösungen zu fördern. Daher sollte PAM weit über ein reines Sicherheitstool hinausgehen und neben beispielsweise Just-in-Time-Zugriffen und Privileged Credential Management auch Nutzerfreundlichkeit mit sich bringen. So wird PAM vom reinen Schutzmechanismus zum Enabler für sichere Zusammenarbeit.
